Andreas Eberhardt
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Eisenbahnnostalgie und Wandern

 

Wanderungen

Durch einen glücklichen Zufall entdeckte ich vor ein paar Jahren eine neue Leidenschaft: Das Wandern.

 

 

 

Sonnenuntergang am Lochenstein (963 m)

Meine erste Wanderung in einer Gruppe führte mich im Jahre 2010 auf die Schwäbische Alb. Das Motto der Wanderwoche war „Wir steigen den Schwaben auf das Dach“.Wir wanderten vom Uracher Wasserfall zum höchsten Berg der Schwäbischen Alb, dem 1015 m hohen Lemberg. – Die Wanderung verlief auf dem ältesten und wohl auch schönsten Weitwanderweg der Schwäbischen Alb, dem HW1. Er verlief nahe oder unmittelbar auf der Traufkante mit herrlichen Blicken ins Albvorland. Wir kamen vorbei an Burgruinen, Schlössern, Höhlen und einem Bergrutsch, sowie mehreren Naturschutzgebieten mit den für die Schwäbische Alb typischen Wacholderheiden. Höhepunkt war die Besichtigung der Burg Hohenzollern.

 

Kaub mit Burg Pfalzgrafenstein im Rhein

Im Jahre 2011 nahm ich an einer Gruppenwanderung auf dem Rheinsteig von Rüdesheim nach Koblenz-Ehrenbreitstein teil. Der Rheinsteig bietet dem Wanderer in dichter Reihenfolge Burgen, Schlösser, Klöster sowie grandiose Aussichten und viel Natur aus zweiter Hand. – Wir kamen am Niederwalddenkmal mit der Germania vorbei, übernachteten in der Burg Stahleck in Bacharach, schauten uns den Loreley-Felsen an und besuchten die größte Burganlage am Rhein, die Rheinfels. Höhepunkt der Wanderung war die Besichtigung der Burg Maus mit Führung und Kaffeetafel im Rittersaal. Im weiteren Verlauf der Wanderung kamen wir an den feindlichen Brüdern (so werden die unmittelbar beieinander liegenden Burgen Sterrenberg und Liebenstein genannt) vorbei. Der Abschluss war eine Wanderung durch die wildromantische Ruppertsklamm zur Festung Ehrenbreitstein, in der wir auch nächtigten.

 

Blick zum Feldberg (1493 m) vom Schauinsland (1284 m)

„Die Höchsten sind die schönsten“ hieß es für mich im Jahre 2013, denn es galt die höchsten Berge des Schwarzwaldes zu erwandern. Die Wanderwoche begann in Freiburg im Breisgau. Das erste Ziel war der 1284 m hohe Schauinsland. Im weiteren Verlauf der Wanderung kamen wir an artenreichen Sommerwiesen vorbei, gingen durch sich selbst überlassene Bannwälder und über einsame Pfade. Am dritten Tage erreichten wir den 1414 m hohen Belchen und besichtigten das Besucherbergwerk Finstergrund, in dem früher vor allem Silber- und Bleierze gefördert wurden. Vorbei an den Todtnauer Wasserfällen und mit Schwarzwälder Kirschtorte gestärkt, kamen wir schließlich zur höchsten Erhebung im Schwarzwald, den 1493 m hohen Feldberg. Am vorletzten Wandertag bestiegen wir schließlich das 1415 m hohe Herzogenhorn. Die Wanderwoche endete mit einer Besichtigung von Sankt Blasien, das wegen seiner ehemaligen Benediktinerabtei bekannt ist. Die letzte Übernachtung erfolgte in der Jugendherberge am Schluchsee in Seebrugg.

 

Lotenbachklamm

Meine Wanderwoche im Jahre 2014 begann ebenfalls in Freiburg im Breisgau, hatte aber den Bodensee zum Ziel. Sie führte aus dem Rheintal über dem Schwarzwaldhauptkamm, durch die Wutachschlucht, die Hegauberge zum Bodenseebecken. – Das erste Ziel der Wanderung war der 1198 m hohe Hinterwaldkopf. Am übernächsten Tag wanderten wir zunächst durch die romantische Rötenbachschlucht, anschließend durch die Wutachschlucht und schließlich durch den Lotenbachklamm. Im weiteren Verlauf der Wanderung sahen wir u. a. die Wutachversickerung im Muschelkalk und den Wiederaustritt und beobachteten Wasseramseln. Am fünften Wandertag verließen wir den Schwarzwald und bestiegen die Hegauberge: Zunächst den 843,7 m hohen Hohenhewen und anschließend den 686 m hohen Hohentwiel. Die insgesamt neun kegelförmigen Hegauberge, welche erloschene Vulkane sind, werden auch des „Herrgotts Kegelspiel“ bezeichnet. Ein weiterer Höhepunkt war die Wanderung durch die Marienschlucht zum Überlinger See und an dessen Ufer nach Konstanz.

 

Burg Maus

Da es mir 2011 auf dem Rheinsteig so gut gefiel, hatte ich Lust, diesen erneut zu wandern. Vom Wanderleiter Karl Heinrich Müller ermutigt, organisierte ich für eine kleine Gruppe meine erste Wanderwoche. Ende April 2015 war es dann soweit: Fünf tapfere Wanderer trafen sich in Rüdesheim, um in einer Woche nach Koblenz zu wandern. Die Wanderung begann am pathetischen Niederwalddenkmal, führte an alten Burgen vorbei und durch die Dörscheider Heide zum berühmten Loreleyfelsen. Kennzeichnend für den Rheinsteig ist, dass der Weg immer auf und ab auf schmalen Wegen und zum Teil kraxeligen Teilstrecken verläuft. Ferner stellt der Rheinsteig oft nicht die kürzeste Verbindung zwischen Orten oder Sehenswürdigkeiten dar, sondern die attraktivste. Den Abschluss der Wanderwoche war die Wanderung durch die wildromantische Ruppertsklamm zur Festung Ehrenbreitstein.

 

Gemsen am Hohneckgebiet

Im Juni 2016 hieß es „Wanderung von Ferme zu Ferme“. Ich nahm an einer Ferien-Wanderwoche in den Hochvogesen teil. Diese führte unter anderem auf dem ehemaligen Grenzweg zwischen Deutschland und Frankreich zu den höchsten Erhebungen der Vogesen (Hohneck (1363 m), Grand Ballon (1424 m) und Petit Ballon (1272 m)). Die Gegend zeichnet sich durch ein besonderes Artenreichtum aus. So sahen wir speziell im Hohneckgebiet zahlreiche Gemsen. Aber auch Arnika, Trollblumen und geflügelter Ginster blühten. Außerdem kamen wir an Karseen vorbei und wanderten durch einsame Täler. Ein Felsenpfad und der Hirschsteinsteig waren weitere Besonderheiten. In den Bergbauern-Gasthöfen (Fermes-Auberges) wurden wir abends stets gut und reichhaltig bewirtet („Alles Käse?“). Zum Abschluß besichtigten wir Munster und Colmar.  

 

Inntal mit Tschirgant (2370 m)

Ein paar Wochen nach meiner Vogesentour begann meine erste Hochgebirgstour. Zusammen mit meiner Freundin nahm ich an einer geführten Wanderung auf dem europäischen Fernwanderweg „E5“ von Oberstdorf nach Meran teil. Das Besondere an dieser Hochgebirgswanderung war der Wechsel und die Gegensätzlichkeit der vielen Landschaften und Vegetationszonen. Bunte Blumenwiesen und Grasberge in den Allgäuer Alpen, faszinierende Rundblicke auf die markanten Felszacken in den „Lechtalern“, die Gletscher und Bergriesen im Ötztal und schließlich das südliche Klima Merans, machten diese Wanderung interessant und abwechslungsreich. Besonders beeindruckend waren drei Steinböcke, die beim Aufstieg zur Seescharte (2664 m) unseren Weg kreuzten. Leider konnte ich auf Grund fehlender Kondition die letzten zwei Wandertage im Ötztal nicht mitlaufen und fuhr mit dem Omnibus zu nächsten Quartier.
 

 

In der Ehrbachklamm

Meine erste Wanderwoche als ausgebildeter Wanderleiter fand im Frühjahr 2017 im Großraum Koblenz an Mosel und Rhein statt. Das Motto der Wanderung war „Frühlingserwachen an Mosel und Rhein“. Sie begann in Cochem an der Mosel und führte uns unter anderem zum steilsten Weinberg Europas, dem Calmont. Der Moselsteig brachte uns auch zur Burg Thurandt. Weiter ging es durch die Ehrbachklamm und über den Hunsrück an den Rhein nach Boppard. Im Bopparder Hamm überraschte ich meine Mitwanderer mit einer zünftigen Jause. Außerdem wanderten wir auf dem Rheinsteig zur Marksburg und besichtigen zum Abschluss das Schloss Stolzenfels in Koblenz.